Islam ist eine der großen monotheistischen Weltreligionen, die im 7. Jahrhundert n. Chr. auf der Arabischen Halbinsel unter der Verkündigung von Muhammad ibn ʿAbd Allāh entstand, der von Muslimen als der letzte Prophet in einer Reihe angesehen wird, zu der auch Abraham, Mose und Jesus gehören. Der arabische Begriff islām bedeutet „Unterwerfung“ oder „Hingabe“ — und bezeichnet den Gehorsam gegenüber dem einen Gott (Allah), dessen Wille im Qurʾan offenbart ist, den Muslime als das wörtliche Wort Gottes betrachten.
Der Glaube konzentriert sich auf fünf grundlegende religiöse Praktiken:
- Das Glaubensbekenntnis (shahāda)
- Das rituelle Gebet (ṣalāt)
- Das Fasten während des Ramadan (ṣawm)
- Die Pflichtabgabe für Bedürftige (zakāt)
- Die Pilgerfahrt nach Mekka (ḥajj)
Die islamische Theologie betont die Einheit Gottes (tawḥīd), die Prophetie und das Endgericht. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Islam vielfältige Ausprägungen entwickelt, vor allem die sunnitische und die schiitische Tradition sowie den Sufismus als mystische Dimension islamischer Frömmigkeit.
Obwohl der Islam mit dem Christentum den Glauben an einen Gott, an göttliche Offenbarung, an moralische Verantwortung und eine besondere Achtung vor Jesus teilt, unterscheidet er sich grundlegend darin, dass er die Trinität, die Inkarnation und das erlösende Werk Christi ablehnt.
Aus christlich-wissenschaftlicher Perspektive bedeutet das Verständnis des Islam, sowohl seine spirituelle Tiefe als auch seine theologischen Unterschiede zum Evangelium zu erkennen. Ein solches Studium bildet die Grundlage für einen informierten Dialog, gegenseitigen Respekt und ein glaubwürdiges christliches Zeugnis im weiteren Kontext interreligiöser Begegnung.

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